Mediation oder Meditation

von | 19. Mai 2020

Andere Meinungen

Ihr Lieben,

bei einer Freundin habe ich einen Spruch gelesen, der mich zum Nachdenken angeregt hat:

Eines der eindeutigsten Zeichen für Reife ist die Fähigkeit, mit jemandem nicht einer Meinung zu sein, während man dennoch respektvoll bleibt. (Dave Willis)

Mein erster Gedanke: So ist es!
Mein zweiter Gedanke: Schau noch mal genau hin, meine Liebe! Gelingt dir das immer?
Zack – erwischt! Wenn mir solch eine Frage in den Kopf kommt, braucht es eine Antwort! Das kenne ich inzwischen. Zur Seite wischen geht dann nicht mehr.
Meine ehrliche Antwortet lautete: Nein, es gelingt mir nicht immer!
Okay, sagt meine innere Stimme, wann nicht?
Immer wenn mich das Thema, um das es gerade geht, emotional packt. Je persönlicher es wird umso schwieriger.

Wenn ich das Thema „Respektvoller Umgang mit Andersdenkenden“ konsequent sachlich betrachte, dann finde ich es spannend das Wort Respekt mal zu definieren.

Respekt hat doch damit zu tun, das Ansehen des anderen zu achten, Rücksicht nehmen auf den anderen, also mich (besser: mein emotionales Aufbegehren) zurückzunehmen…
Diese Gedanken finde ich hilfreich. Denn es bedeutet NICHT, das Ansehen des anderen HÖHER zu achten als mein eigenes, auch heißt es NICHT, mich selbst aus dem Blick zu verlieren. Vielmehr bedeutet es, den anderen erst mal wirklich wahrzunehmen mit seiner Meinung. Was meint er überhaupt? Wie ist er zu dieser Ansicht gekommen?

Es bedeutet nicht, dass ich mich seiner Meinung anschließen muss. Es bedeutet ehrliches Interesse am anderen, statt das unbedingte Durchsetzen meiner Meinung.
Dann kann das Ergebnis unserer Aus-ein-ander-Setzung vielleicht sein: Wir können uns darauf einigen, dass wir uns in diesem Punkt nicht einigen können! So what!

Geht es wirklich darum am Ende unbedingt einer Meinung zu sein oder geht es darum, wie wir miteinander umgehen?

Anders gefragt: Wird diese Welt ein friedlicherer Ort, wenn wir uns gegenseitig nötigen der gleichen Meinung zu sein oder wenn wir freundlich und respektvoll miteinander sind?

Herzlichst
Eure Karin Joseph

Ihr Lieben,
 
wie jedes Jahr erinnert uns die Natur in diesen Tagen daran, dass wir langsam zur Ruhe kommen könnten und dass es eine gute Idee wäre, einen Moment innezuhalten, bevor das Jahr zu Ende geht. Vielleicht gönnen wir uns, trotz all der Aufgaben und Gedanken, einen ruhigeren Rhythmus, in dem wir uns erlauben das Wesentliche wieder zu fühlen, jenseits von Richtig und Falsch.

Lass dich gern von diesem Zitat von Rumi inspirieren, diesen inneren Ort aufzusuchen, der frei von Urteil ist. Einen Ort, an dem wir einfach sein dürfen, mit allem was uns ausmacht.

Kennst Du diesen Ort? Er zeigt sich in Augenblicken, in denen du tief durchatmest, in denen du milde mit dir wirst oder spürst, dass etwas Wesentliches in dir verstanden wurde. Es ist ein Raum jenseits von Bewerten und Vergleichen, ein Raum, der dich einlädt, bei dir selbst anzukommen.

Ich liebe es, wenn in der Arbeit mit meinen Klienten dieser innere Raum immer wieder entsteht. Der Raum für Fragen, für Achtsamkeit, für leise Erkenntnisse und mutige Schritte. Und ich bin von Herzen dankbar für all das Vertrauen, das mir entgegengebracht wird und die Offenheit, sich auf diesen Weg einzulassen.

Zum Jahresende wünsche ich dir, dass du diesen Ort auch im Alltag findest. Er kann als ein inneres Licht Halt geben, auch wenn die Zeiten schwierig erscheinen.

Ich freue mich darauf, auch im kommenden Jahr wieder mit dir zusammenzukommen. Lass uns an dem Ort, jenseits von Richtig und Falsch, treffen. Es ist tatsächlich der einzige Ort der dich stärkt und dir Frieden schenken kann.

Gesegnete Weihnachten und ein friedvolles neues Jahr wünsche ich dir!

Herzlichst

Karin Joseph

Newsletter

Abonnieren Sie meinen Newsletter durch Absenden der sich öffnenden E-Mail.

Abonnieren